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Welthit oder Kommerz?


Welthit oder Kommerz?

 

Das Ziel aller Musikvermarkter ist es, dass ihr Produkt erfolgreich ist. Mögen auch einige Musiker selbst von sich behaupten, ihnen sei es wichtiger, ihre „Message“ zu verbreiten: Erfolg wollen auch sie. Dennoch mögen die Ziele eines Musiker oder einer Musikband weniger quantitativ zu bewerten sein als darin, dass die richtigen Leute erreicht werden. Das sind diejenigen, die sich nicht nur von Mainstream- Komponenten beeindrucken lassen, sondern von der individuellen Aussage des (Klang-)Stils der Band oder des Musikers. Allerdings: adäquat zum Bekanntheitsgrad steigt auch die Wahrscheinlichkeit, die richtige Zielgruppe zu erreichen. Musiker und Vermarkter liegen also letztlich auf einer Wellenlänge und haben die gleiche Ausrichtung vor Augen. Der fertige Song soll es möglichst weit nach vorne bzw. nach oben schaffen.

 

Doch wie ist dieses Ziel zu erreichen? Welche Faktoren sind zu beachten? Oder um die Absicht des Musikers mit einzubeziehen: Wie muss ein Titel verpackt sein, um es schnell nach weit oben zu schaffen und sich dort möglichst auch fest zu setzen? Eine Analyse von Ticketbis gibt darauf Antworten.

 

Überraschende Faktoren

 

Charts-Analyse ist genau wie Marktforschung ein Gebiet, welches von verschiedenen Seiten aus sehr gut gesponsert wird. Die hohen Investitionen hofft man, durch die „Hintertür“ wieder hereinzuholen, wenn man nur erst mal weiß, wo sie zu finden ist. Die Faktoren, die zum Chart-Erfolg führen, sind also sehr gut erforscht. Dabei haben sich einige Überraschungen gezeigt.

 

Songs, die es schnell auf Platz 1 schafften, sind nicht unbedingt diejenigen, die dort auch lange bleiben. Bei den schnellen Aufsteigern handelte es sich vornehmlich um Pop- Songs mit einer Länge zwischen drei und vier Minuten. Tatsächlich waren die meisten Durchstarter exakt 3:40 Minuten lang. Dabei machten Solo-Musiker einen Anteil von über 40 % aus. Ebenso landeten Newcomer schneller auf Platz 1 als bereits etablierte Künstler.

 

Die Länge macht’s also?

 

Tatsächlich ist die Dreieinhalb-Minuten-Formel maßgeblich. Diese Zeit ist lang genug für alles, was ein guter Song braucht, nämlich Intro - Strophen – Refrain – Bridge – Outro. Dreieinhalb Minuten sind die ideale Zeit, um den Hörer aufmerksam zu halten. Das Geheimnis des Erfolgs ist besonders auch im Wiedererkennungswert zu finden. Für diesen ist es wichtig, dass mit dem Song kurze und prägnante Erinnerungen verbunden sind, die der Hörer immer wieder aufruft.

 

Länge ist nicht gleich Dauer

 

Dass der Hype, je höher er ist, jedoch auch umso schneller wieder verflogen ist, belegen Auswertungen über die Zeit an der Spitze. Hier blieben die Dreieinhalb-Minuten-Popsongs der Newcomer meist nicht lange. Als Dauerbrenner zeigen sich Songs mit anderen Merkmalen. Die Charts-Analysen ergaben, dass zum einen Funk-Songs, zum anderen Lieder mit einer Länge von über fünf Minuten diejenigen waren, die ihren erreichten Platz am stabilsten halten konnten.

 

Will es ein Musiker nun an die Spitze der Charts schaffen, was ist zu tun? Die größten Chancen hat immer noch Authentizität. Am Treffendsten hat sich die Band „Fettes Brot“ in ihrem Titel „Welthit“ zu diesem Thema geäußert, die allerdings viele Songs sowohl an der deutschen Chart-Spitze hatte als auch ihre Plätze regelmäßig über lange Zeiten gehalten hat: „Entweder das ist n Welthit, und wir verdieh'n da n Haufen Geld mit, oder es fällt uns n Stein vom Herz: Unser Scheiß ist kein Kommerz.“